Andreas Ebenhöh - Experte für Unternehmenskultur und Leadership

Erzieher/innen

Erzieher/innen sind wie Restmüll…die schlucken ALLES! #Kitahelden

Die Hauswirtschaftskraft ist krank (oder im Urlaub) und so kümmert sich das pädagogische Fachpersonal um die Küche,…anstatt um Bildung und Erziehung! Einige Kollegen/innen melden sich krank und verzweifelt versuchen die Übrigen, die Öffnungszeiten abzudecken und den Betreuungsansprüchen der Eltern oder auch des Trägers gerecht zu werden…und das fast tagtäglich und irgendwie selbstverständlich!
Wir kennen das ALLE! Es fehlt Personal und wir versuchen mit allen Mitteln ALLEN gerecht zu werden! Wir riskieren die Aufsichtspflicht zu verletzten, unsere Gesundheit durch Überlastung und Überforderung aufs Spiel zu setzen und verheizen uns durch den Kampf für gesündere Rahmenbedingungen, die eigentlich obligatorisch sind, bzw. sein sollten! Oder sehen Sie z. B. in den Schulen Lehrer/innen in der Küche stehen, um für die Kinder das Essen zuzubereiten, da sich der Koch krank gemeldet hat,… oder die Angestellten der Personalabteilung die Straßen säubern, da die Kollegen des Bauhofs im Urlaub sind?

Können Sie mit ruhigem Gewissen krank sein (bzw. entspannt gesund werden), da Sie wissen, dass der Träger Ihre Kollegen/innen durch etwa Verringerung der Kinderzahlen und/oder Reduzierung der Öffnungszeiten entlastet und das ab dem ersten Tag? Lassen Eltern ihre kranken Kinder zu Hause, da der Träger unmissverständlich hinter dem Schutz der Gesundheit und damit auch hinter Ihnen steht oder müssen Sie diese Vorfälle zum tausendsten Mal in Elterngesprächen und an Elternabenden ausfechten?

Wie groß ist die Diskrepanz zwischen der steten Forderung nach Bildung und Erziehung (Inklusion ) und dem möglichen Resultat gemäß der realen Rahmenbedingungen? Wer ist bei den Kindern, wenn wir dokumentieren oder Vorbereitungszeit haben…der/die Praktikant/in? Nehmen uns die Träger in solchen Situationen in Schutz, übernehme Verantwortung und investieren in bessere Rahmenbedingungen? Oder reicht dazu leider das Geld nicht, da in der Verwaltung das neue MS-Office 2017 eingerichtet wird, unbefahrene Straßen saniert und an Konferenzen und Sitzung teure Getränke und exquisite Häppchen zu Tische getragen werden? Vielleicht besucht auch der Bürgermeister/Geschäftsführer gerade eine zweitägige Fortbildung in der Schweiz zum Thema Resilienz, für schlappe 4.500 Euro.

Ja ich bin etwas plakativ, doch liegt mir die Revolution unseres Berufstandes sehr am Herzen, da ich tagtäglich sehe, wie Erzieher und Erzieherinnen unter diesen Voraussetzungen leiden. Wann hören wir endlich auf damit, immer alles „möglich“ zu machen, allem „gerecht“ zu werden, alles „auszuhalten“? Entweder investieren die Träger mehr Verantwortungsbewusstsein, Zeit und Geld in die Verbesserung der elementarpädagogischen Bildung und Erziehung oder wir passen selbst unsere Möglichkeiten an die minderwertigen Rahmenbedingungen der Träger an! Was das bedeutet…? Nun, wenn Träger nicht verantwortungsvoll, wertschätzend und respektvoll mit uns zusammenarbeiten möchten, dann setzen wir die Grenzen, die in solchen Zeiten von Nöten sind!
Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, dann indem wir nicht mehr alles „schlucken“!

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